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Völkerwanderung: Ein Etikett, sein Hintergrund und seine Probleme

Veranstalter: 
Historisches Institut
Freitag, 09. Dezember 2016, 18:00
Etage: 
1

Der Begriff „Völkerwanderung“ weckt negative Assoziationen. Die ältere Auffassung verbindet mit ihm den Einbruch barbarischer Horden in das geordnete Römische Reich, dessen Zerstörung aus einem mutwilligen antizivilisatorischen Impuls heraus und den Beginn einer düsteren Epoche – dem Mittelalter.

In eben solchen Zusammenhängen findet der Begriff noch heute als Schlagwort Verwendung, lassen sich doch die Flucht- und Migrationsbewegungen unserer Tage damit in einen gewollt negativen Kontext stellen.

Unbeachtet bleibt dabei, dass die neuere Forschung im Zusammenhang mit dem Römischen Reich mittlerweile weit entfernt ist von den Stereotypen der „verweichlichten Römer" und der „rasenden Barbaren".

Neue Perspektiven betonen eher die Prozesse von Kulturaustausch und Volkswerdung, die zwar sicherlich nicht konfliktfrei verliefen, doch erst in späterer Zeit polemisch verfärbt und so zur „Völkerwanderung“ wurden. Der Vortrag wird sowohl auf die Umstände dieser Begriffsbildung eingehen als auch den historischen Hintergrund in seiner neuen Bewertung skizzieren.

Referent: Prof. Gerd Lubich

öffentlich
ohne Anmeldung
Eintritt frei