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Reformation/Katholische Reform: Gab es einen konfessionellen Kirchenbau der Frühen Neuzeit?

Kategorie(n): 
Insider
Veranstalter: 
Prof. Dr. Lorenz / Geschichte der Frühen Neuzeit und Prof. Dr. Kiehnle / Rechtsgeschichte
Dienstag, 23. Januar 2018, 18:00
Etage: 
1

Auf dem Höhepunkt der konfessionellen Auseinandersetzungen in der ersten Hälfte des 16, Jahrhunderts wurde durch die Protagonisten der jeweiligen Lager schriftlich festgelegt, wie ein „richtiger“ Kirchenbau auszusehen habe: auf der protestantischen Seite schmucklos und zurückhaltend, festgelegt durch Martin Luther; im Katholizismus auf visuelle Teilnahme an der Eucharistie ausgerichtet, bestimmt durch den Mailänder Erzbischof und Kardinal Carlo Borromeo. Diese Positionen schlugen nicht nur auf die Ebene der hohen Politik durch, sondern zeigten sich, zumindest in Nordeuropa, in handfesten Zerstörungen von zuvor als heilig erachteten Bildern. Vor diesem Hintergrund mag es erstaunen, dass keine neuen kirchenbaulichen Typen entstanden. Vielmehr zeigten sich die Veränderungen in den baulichen Strukturen vor allem des Kircheninneren. Während im katholischen Kirchenbau die zuvor üblichen Lettner als Trennung von Gemeinde und Klerus entfielen, führten protestantische Sakralbauten Emporen und ein festes Gestühl ein, durch die sich soziale Hierarchien manifestierten. Stilistisch bedienten sich jedoch beide Konfessionen zunehmend einer antikisierenden Formensprache, so dass sich die jeweilige Konfessionalität oft subtilere Gestaltungsmöglichkeiten der Architektur suchte. Der Vortrag zeigt anhand von prägenden Bauten, dass konfessionelle Ausrichtung und architektonische Gestalt keine einfache Gleichung waren.

Referentin: Prof. Dr. Cornelia Jöchner

öffentlich
ohne Anmeldung
Eintritt frei