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„Erhalt uns Herr bey deinem wort“

Kategorie(n): 
Insider
Veranstalter: 
Prof. Dr. Lorenz / Geschichte der Frühen Neuzeit und Prof. Dr. Kiehnle / Rechtsgeschichte
Dienstag, 19. Dezember 2017, 18:00
Etage: 
1

Warum Opitz seine Dichtungsreform auf ein 100 Jahre altes Luther-Zitat gründet.

500 Jahre Thesenanschlag, 400 Jahre Dreißigjähriger Krieg: die Jubiläen lösen einander ab. Auf den ersten Blick scheint der Rummel von Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen, Vortragsreihen Effekt einer modernen Kultur der Vermarktung von allem und jedem. Doch ist das Mobilisierungspotential von Jubiläen schon im 17. Jahrhundert effektvoll eingesetzt worden. Die Gründung einer neuzeitlichen deutschsprachigen Literatur verdankt sich einem solchen virtuosen Einsatz. Wenn Martin Opitz 1624, mitten im Dreißigjährigen Krieg, seine Dichtungsreform paradoxerweise auf einen 100 Jahre alten Luthervers gründet, dann folgt das solcher Jubiläumslogik. Mit durchschlagender Wirkung: die neue deutsche Literatur als Fortsetzung des konfessionspolitisch motivierten Krieges mit anderen Mitteln.

Referentin: Prof. Dr. Nicola Kaminski, Fakultät für Philologie, Ruhr-Universität Bochum

öffentlich
ohne Anmeldung
Eintritt frei