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Der Weg ins Leben

Kategorie(n): 
Einblicke
Veranstaltungsreihe: 
Veranstalter: 
Institut für Deutschlandforschung
Freitag, 15. Dezember 2017, 17:00
Etage: 
3

Kinder und Jugendliche waren die ersten Opfer der kommunistischen Machtübernahme in Russland. Nach Jahren von Krieg, Revolution und Bürgerkrieg waren die Städte voll von herumstreunenden Waisen und Obdachlosen, kleinen Gaunern und jugendlichen Kriminellen. Dieses Problem steht im Mittelpunkt des ersten sowjetischen Tonfilms, den Nikolai W. Ekk 1931 drehte. Mit dem pädagogischen Modell der Kollektiverziehung in einer Art Jugendkommune gelingt es dem enthusiastischen Kommunisten Nikolai Sergejew, die Verwahrlosten in selbstbewusste und fleißige Werktätige zu verwandeln. Ekks Film feiert damit die Arbeit des sowjetischen Pädagogen Makarenko, der in den 1920er Jahren mit der Gorki-Kolonie und der Kolonie F. E. Dserschinski (benannt nach dem Gründer der gefürchteten Tscheka, dem kommunistischen Geheimdienst) dieses Modell zur Umerziehung der jungen Kriminellen und Kindersoldaten entwickelt hatte.

Erfüllt von politischem Pathos, ist dieser ernsthafte Film zugleich getragen von viel Humor und der authentischen Darstellungskraft der jugendlichen Schauspieler, die ihr eigenes Schicksal verkörpern.

Im Anschluss gibt der Bochumer Filmexperte Dr. Rainer Vowe in einer Diskussion vielfältige Aufschlüsse zur künstlerischen Qualität wie auch zur politischen Einordnung dieses Klassikers des europäischen Films.

Filmeinführung und Diskussion: Dr. Rainer Vowe, Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum

 

öffentlich
ohne Anmeldung
Eintritt frei