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Zwischen Paris und Istanbul - die Netzwerke polnischer Einwanderer im Osmanischen Reich (19. Jahrhundert)

Kategorie(n): 
Einblicke
Veranstalter: 
Historisches Institut
Freitag, 26. Mai 2017, 18:00
Etage: 
1

Das gesellschaftliche und politische Leben im Osmanischen Reich wurde immer auch von Menschen geprägt, die aus anderen Ländern in das Herrschaftsgebiet der Sultane eingewandert waren. Nicht wenige von ihnen erlangten einflussreiche Stellungen im Machtgefüge des Imperiums und standen beispielsweise als Heerführer an der Spitze osmanischer Truppen. Im 19. Jahrhundert zählte mit Ömer Pascha Latas ein ehemaliger habsburgischer Offizier zu den bekanntesten Kommandeuren im Osmanischen Reich und in seinem Offizierskorps befanden sich zahlreiche ungarische und polnische Soldaten, die nach der Niederschlagung der Aufstände in Polen (1830) und Ungarn (1848/49) im Osmanischen Reich Zuflucht gesucht hatten. Diese geflohenen Revolutionäre waren in osmanische und polnische Netzwerke eingebunden, zu deren wichtigsten Zentren Istanbul und Paris gehörten. Der Vortrag wird diese Strukturen näher beleuchten und dabei insbesondere auch die politischen Zielsetzungen dieser Gruppen analysieren. Die polnischen Flüchtlinge und Einwanderer, die teilweise auch den Islam angenommen hatten, mussten in ihrem neuen Lebensumfeld aber auch ihre Loyalität sowohl gegenüber den osmanischen als auch den polnischen Netzwerken beweisen, in die sie eingebunden waren. Dieses „Spiel mit den Identitäten“ stellt einen weiteren Schwerpunkt des Vortrags dar.

Referent: Prof. Dr. Markus Koller

 

öffentlich
ohne Anmeldung
Eintritt frei