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Migration, Exil, Diaspora - Können wir aus historischen Formen für die Integration heutiger Flüchtlinge lernen?

Veranstalter: 
Historisches Institut
Freitag, 13. Januar 2017, 18:00
Etage: 
1

In der Geschichte finden sich viele Beispiele dafür, dass Menschen aus ihrer Heimat flohen. Sie taten dies auch damals schon hauptsächlich aus zwei Gründen: Entweder, weil sie sich woanders bessere Arbeitschancen versprachen. Oder, weil die Situation für sie in der Heimat lebensbedrohlich war. Gewöhnlich beschäftigen wir uns mit den historischen Migrationen als Nebenfolge historischer Ereignisse: von den Deportationen durch die Assyrer bis zu den Völkerwanderungen der Antike, von den wirtschaftlich bedingten Wanderungen im Mittelalter bis zu den Kriegsfluchten in der frühen Neuzeit. Können wir die Geschichte der Welt also nicht auch als Geschichte der Migrationen erzählen?

Der Vortrag zeigt, dass es zwar gelingen kann, die Geschichte von Fluchten und Wanderungen an die Geschichte der menschlichen Zivilisation anzuschließen. Doch bleiben dabei die Erfahrungen, Kulturen, Religionen und Traditionen der migrierten Gemeinschaften zumeist unberücksichtigt. Welche Identitätsbilder und politischen Vorstellungen haben die Geflüchteten für das Leben in der Fremde entwickelt?

Diskutiert wird das Bemühen um ein Konzept der Diaspora als Lebensmodell. Dazu werden unter anderem Studien jüdischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Beginn des 20. Jahrhunderts vorgestellt.

Referentin: Dr. Kristin Platt

öffentlich
ohne Anmeldung
Eintritt frei