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Hannah Arendt: Mit Macht gegen Gewalt

Veranstalter: 
Ruhr-Universität Bochum
Montag, 10. Oktober 2016, 18:00
Etage: 
1

Die Publizistin und Theoretikerin Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren. Sie starb am 4. Dezember 1975 in New York. Allein ihre Lebensdaten lassen ein schwieriges Leben erahnen, das durch die Weltkriege des Jahrhunderts geprägt wurde. Als Jüdin musste sie flüchten. Sie emigrierte zunächst nach Paris, dann nach New York. Einen wesentlichen Einfluss auf ihr Denken hatte Martin Heidegger, dem sie schon als junge Frau ihre letztlich unerfüllte Liebe schenkte. Hannah Arendt war eine streitbare Denkerin. Ihr wird vor allem ihr kühler Blick auf das jüdische Schicksal vorgeworfen. Zeitlebens mischte sie sich mit kämpferischem Elan in öffentliche Angelegenheiten ein.

Anlässlich des 110. Geburtstags von Hannah Arendt soll der Vortrag wichtige Elemente ihrer politischen Theorie in Erinnerung rufen. Unterstützt durch Bilder und eine Lesung werden einige Stationen ihres Lebens wieder lebendig gemacht, woraufhin ihre Handlungstheorie skizziert wird. Deren Aktualität ist geradezu bedrückend. Insbesondere ihr Plädoyer gegen Gewalt, dem sich der letzte Teil widmen wird, hat an Brisanz nichts verloren. In Anbetracht der derzeit unaufhörlichen Anrufung von Selbstverantwortung, Selbstmanagement, Selbstoptimierung und Selbstbestimmung können wir mit Hannah Arendt lernen, was es bedeutet, sein Selbst innerhalb eines sozialen Gewebes zu finden und Ratlosigkeit nicht herunterzuspielen, sondern sich ihr gemeinsam zu stellen.

Referentin: Prof. Dr. Käte Meyer-Drawe, Institut für Erziehungswissenschaft

öffentlich
ohne Anmeldung
Eintritt frei