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Wunderbares Augenlicht – die besondere Rolle des Gehirns beim Sehen

Veranstaltungsreihe: 
Veranstalter: 
Ruhr-Universität Bochum
Mittwoch, 18. November 2015, 18:00

Beim Sehen erzeugen bestimmte elektromagnetische Wellen in unserem Auge eine elektrische Erregung und in deren Folge eine Sinneswahrnehmung, die wir Licht nennen. Im Zusammenspiel von Auge und Gehirn entsteht ein Bild der Welt, in dem wir Formen, Farben, Bewegung und Tiefe erkennen und unterscheiden können. Aber wie viel davon geschieht im Auge und welche Aufgaben übernimmt das Gehirn?

Im Vortrag wird es vor allem um die Leistungen des Gehirns beim Sehen gehen. In den Sehzentren des Gehirns entstehen bei jedem von uns viele individuelle Landkarten der Welt, in denen entscheidende Informationen in den Vordergrund gestellt, weiterverarbeitet und verknüpft werden. Im Auge fehlende Informationen kann das Gehirn sogar einfach nach Gesetzen der Wahrscheinlichkeit hinzufügen. Die Summe dieser Verarbeitungsschritte bestimmt unsere Wahrnehmung und somit das von uns gesehene Bild der Welt. Es wird über Experimente berichtet und wir werden unsere eigene Wahrnehmung kritisch beobachten. Es wird deutlich, dass der Sehvorgang kein physikalischer Meßvorgang ist, sondern ganz maßgeblich eine aktive Leistung unseres Gehirns. Das Gehirn hält das Sehen lebenslang lernfähig, es passt unsere Wahrnehmung kontinuierlich und flexibel an die Bedingungen der Umwelt an. Das verbessert die Alltagstauglichkeit des Sehens. Zugleich wird das Sehsystem jedoch anfällig gegenüber Täuschungen. Das beobachten wir mit Freude und stellen uns die Frage: Können wir unseren Augen überhaupt noch trauen?

Referent: Prof. Dr. Ulf Eysel, Abteilung für Neurophysiologie, Medizinische Fakultät

Audioaufzeichnung des Vortrags

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Bild: RUB, Nelle

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